Warum wir Angst davor haben, unsere Angst los zu werden

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Du hast eine bestimmte Angst?

Angst vor dem Zahnarzt, Angst vor Nähe, Flugangst, Höhenangst? Eigentlich willst du die Angst los werden, aber irgendwie auch nicht. Warum ist das so?

Ich hatte selbst Höhenangst, Angst vor Hunden und schreckliche Angst vor dem Zahnarzt. Jetzt lebe ich ohne diese Ängste. Ich kenne die Angst davor, die Angst los zu lassen. Die Angst, was dann passiert. Die Angst, ohne meine Angst nicht mehr in Sicherheit zu sein. Vielleicht unachtsam und nachlässig zu werden.

Auch in meiner Praxis erlebe ich immer wieder, dass Menschen Angst davor haben, ihre Angst los zu werden.

Daher habe ich mir die Frage gestellt, warum das so ist.

Ausgangspunkt war meine eigene Angst davor, meine Angst nicht nur zu überwinden, sondern ganz los zu lassen.

Ich erzähle dir hier das Beispiel meiner Höhenangst.
Seit ich mich erinnern kann, hatte ich Angst vor der Höhe. Als Kind musste ich all meinen Mut zusammen nehmen, um über einen Zaun zu klettern. Für mich war das normal. Ich wunderte mich zwar, dass die anderen Kinder das mit Leichtigkeit schafften – aber ich ging davon aus, dass sie eine Strategie hatten, um die Angst nicht zu spüren. Ich kam nie auf die Idee, dass sie einfach keine Angst hatten. Das wäre ja auch unnatürlich – glaubte ich.

Auf meine ganz persönliche Art war ich davon überzeugt, dass mich die Angst vor Schlimmerem bewahrte. Dass ich dank meiner Angst vorsichtig und sicher unterwegs war. Dass ich lieber nicht zu hoch hinauf kletterte war gut, denn dann konnte ich nicht herunterfallen und mich verletzen. Das war für mich normal, logisch. Ich suchte nach Möglichkeiten, meine Angst in den Griff zu bekommen und trotz der Angst auf einen Baum zu klettern.

Je älter ich wurde, desto bewusster wurde mir, dass ich meine Höhenangst in den Griff bekommen musste.

Sie hinderte mich daran, unbefangen auf den Berg zu gehen, sie machte das Fensterputzen zur Qual, sie machte mich zum Außenseiter. Daher beschloss ich, einen Kletterkurs zu machen. Ich wollte mich der Angst stellen und sie so besiegen. Es war keine Rede davon, die Angst los zu werden. Ich brauchte sie ja, um in Sicherheit zu sein und nicht unvorsichtig zu werden. Was, wenn ich Gefahren übersehen würde, wenn ich keine Angst mehr hatte? Es ging einfach nur darum, eine Strategie zu erlernen, um mit der Angst klar zu kommen.

Das Projekt Kletterkurs schlug fehl. Die Angst war nicht in den Griff zu bekommen.

Jahre später – ich arbeitete schon mit YESolution – beschloss ich, mich der Angst zu stellen.
Gemeinsam mit meinem Mann Berndt wagte ich einen neuen Versuch. Wir fanden eine Hängebrücke über einem Klettergarten, die sich als Auslöser für meine Höhenangst hervorragend eignete. Wir kamen bei der Brücke an. Ich konnte an nichts anderes mehr denken als daran, dass ich auf keinen Fall über die Brücke gehen konnte. Es war „lebensgefährlich“ hoch. Wie konnte jemand dieser Brücke vertrauen? Das einzige, was ich sah, war die schwindelerregende Höhe. Die Todesgefahr. Ich machte zwei kleine Schritte auf die Brücke und spürte schon, wie die Angst mich lähmte, ich begann zu zittern, zu schwitzen.

Genau diese Empfindungen waren der Schlüssel, um mit YESolution zu arbeiten. Ich begann mit dem Änderungsprozess. Und während dieses Prozesses kam die Angst, dass ich nicht mehr sicher wäre, wenn ich meine Angst los würde. Vielleicht würde ich dann „blauäugig“ ins Verderben rennen. Mich leichtfertig der Todesgefahr aussetzen. Auch diesen Aspekt bearbeitete ich mit der Unterstützung meines Mannes.

Nach ein paar Minuten konnte ich ganz entspannt die Brücke überqueren. Ohne Angst, ohne zu schwitzen, ohne zu zittern. Ich ging einfach zur anderen Seite.

Dabei hatte ich Zeit, Energie und die Möglichkeit, die Brücke genauer zu betrachten. Ich sah, dass sie neu war, gut und sicher gebaut, dass sie keine Mängel hatte und ich Vertrauen haben konnte. Kaum zu glauben – das hatte ich vorher nicht einmal bemerkt. Denn die Angst verhinderte, dass ich die Brücke genauer unter die Lupe nahm.

Im Falle, dass die Brücke baufällig gewesen wäre, hätte ich es bemerkt, bevor ich sie betreten hätte. Auch ohne Angst. Gerade weil ich keine Angst habe, kann ich klar einschätzen, ob eine Brücke gefährlich ist oder nicht.

Ich habe die Wahl

Bevor ich meine Angst los geworden bin, hatte ich keine Wahl. Die einzige Möglichkeit war, vor der Brücke umzukehren. Ich glaubte zwar, dass es meine Entscheidung war, umzukehren – in Wirklichkeit aber war ich eine Marionette meiner Angst und keineswegs selbstbestimmt.

Seit ich die Angst nicht mehr habe, kann ich prüfen und entscheiden, ob eine Brücke gefährlich ist oder nicht. Ich kann meinem Bauchgefühl vertrauen. Die Tatsache, dass ich keine Höhenangst mehr habe bedeutet nicht, dass ich über jede hohe Brücke gehen muss oder auf jeden schwindelerregenden Berg steigen muss. Ich habe die Wahl. Ich kann, wenn ich will.

 

Manchmal verwechseln wir Angst mit Sicherheit

Allgemein gesprochen kann man also sagen: Manchmal verwechseln wir Angst mit Sicherheit. Wir haben uns an die Angst gewöhnt. Wir glauben, wir erkennen eine Gefahr, weil wir Angst haben. Genau deshalb haben wir Angst davor,  die Angst los zu werden. Wir haben Angst, die Gefahr nicht mehr zu sehen und falsch zu reagieren.

Aber: Was ist sicherer? Wenn ich zitternd vor Angst und unsicher einen steilen Pfad hinauf gehe? Oder wenn ich klar erkenne, dass ich achtsam sein muss und meine Schritte sicher setzen kann?

Keine Höhenangst zu haben, bedeutet nicht, dass ich nicht weiß, dass es gefährlich sein kann.  Es bedeutet nicht, dass ich leichtsinnig mein Leben aufs Spiel setze.

Wenn ich eine Angst los geworden bin, habe ich einen klaren Blick auf die tatsächlichen Bedingungen. Ich erkenne, wie ich reagieren und mich verhalten muss.

Ich verstehe die Angst

Und doch verstehe ich meine Klienten, wenn sie Angst haben, ihre Angst los zu werden. Wenn sie sich sicherer fühlen, die Angst nur in den Griff zu bekommen anstatt sie komplett zu lösen.

Du kannst sicher sein: deine Wahrnehmung dessen, was richtig oder falsch, gefährlich oder sicher ist, bleibt auf jeden Fall erhalten und verbessert sich sogar.

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